Am Anfang stand kein Moodboard, sondern ein Briefing: wer die Seite liest, was sie beweisen muss, was sie nicht sein darf. Positionierung, Zielgruppe und Tonalität wurden festgelegt, bevor eine einzige Farbe gewählt war.
Danach entstanden 3 Richtungen, jede als vollständige statische Vorschau von Startseite und /studio, gebaut auf dem echten deutschen Text statt auf Blindtext. Alle 3 kamen ohne Webfonts und ohne einen einzigen Fremdaufruf aus — das stand vor der ersten Skizze fest.
A war editorial: warmes Papier, tiefes Tintenblau als Akzent, Palatino und Optima aus dem Systemstapel, dazu eine mitlaufende Marginalspalte, die die Kennzahlen aus dem Text aufnahm.
B war betont technisch: kühles Schiefergrau, blauschwarze Tinte, Ultramarin nicht als Akzent, sondern als große Fläche. Eine Grotesk in 3 Registern. Als Signatur ein randabfallender Balken, der mitten durch einen Satz schneidet und die Schrift umkehrt — an genau 2 Stellen über beide Seiten. Projekte standen als Kontobuch, der Status als reine Schrift statt als Plakette.
C war zurückhaltend klassisch: Lodengrün als einzige chromatische Stimme, wieder eine Marginalspalte als Rückgrat, und die Behauptung im Titel trug ihren Bedeutungswechsel in der Farbe.
Verworfen wurden alle 3 mit demselben Befund: handwerklich sauber, inhaltlich daneben. Sie liegen weiter im Repository, jede auf ihrem eigenen Zweig — ein verworfener Entwurf, den man wegwirft, ist als Beleg verloren.
Die vierte Richtung saß. Von dort an ging es nicht mehr um Geschmack, sondern um Präzision: Typo-Stufen, Abstände, Kontraste, Verhalten auf dem Telefon.
In den Build ging am Ende kein Bild, sondern das System dahinter — Farbwerte, Schriftstufen, Abstandsraster, Komponenten. Deshalb kann diese Seite ihr eigenes Erscheinungsbild darstellen, ohne es zu illustrieren.